Seit eineinhalb Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, seit zwei Jahren gibt es die Ampel-Koalition, aktuell laufen ein paar Prozesse gegen Donald Trump und die nächste Pandemie kommt auch bald wieder :-( Was haben diese Dinge alle gemeinsam? Über sie gibt es zahllose Verschwörungsmythen – Und da muss man gar nicht erst in irgendwelche Facebook-Gruppen abtauchen, da reicht es schon beim örtlichen Stammtisch mal die Ohren aufzumachen... Der Comic-Shootingstar James Tynion IV. (bekannt für „Something is Killing the Children“, Link) hat sich also eines der wichtigsten aktuellen Themen herausgesucht, die er in seiner bisher ebenso verstörenden wie aber auch großartigen Comic-Serie verarbeitete. Ob der vierte Sammelband, in welchem der titelgebende Gegenspieler erstmals prominent auf den Plan tritt, weiter das hohe Niveau halten kann? „The Department of Truth“ ist komplex, aber auch kompliziert, also starten wir wie immer mit einer kurzen Rekapitulation der bisherigen Ereignisse: Cole Turner, Verschwörungsexperte des FBI, wird vom „Department of Truth“ zwangsrekrutiert. Denn die schockierende Wahrheit ist, dass wirklich alle Verschwörungsmythen (ja, sogar die flache Erde!) stimmen – Zumindest, wenn nur genug Menschen daran glauben. Und eben genau darum geht es dem Department, es versucht beispielsweise die Massenmedien mit den richtigen Falschinformationen zu füttern, damit am Ende die gewünschte Realität bei herauskommt. Turners Vorgesetzter ist der Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald, der noch eine Rechnung mit dem sowjetischen Gegenstück, dem Ministerium der Lügen, offen hat. Und diese spielen, ebenso wie die „Black Hat“-Lügenorganisation, mit richtig schmutzigen Tricks! Denn während Turner immer mehr an seinem neuen Job verzweifelt, ja sogar ans Aufhören denkt (was mitunter tödliche Konsequenzen haben könnte), machen sich die Lügen-Feinde an seinen bereits eh zweifelnden Ehemann Matty heran... Irgendwie schreibe ich bei „The Department of Truth“ immer das gleiche Fazit: Atmosphärisch herausragend, inhaltlich verstörend und insgesamt einfach großartig. Und das ist jetzt kein Spoiler: Auch beim vierten Band werde ich genau diesen Satz in meinem Fazit niederschreiben. Denn was James Tyrion IV. hier bietet, wie durchdacht diese Geschichte innerhalb des Lügen-Chaos ist, das ist große Erzählkunst. Selbst Nazi-UFOs fügen sich ganz natürlich in diese Phantastik-Geschichte rund um Zweifel und Angst ein. Dazu kommt wie immer der ganz eigene Zeichenstil von Martin Simmonds, welcher im aller postivsten Sinne bei mir Kopfschmerzen ausgelöst hat – Ziel erreicht ;-) Also wirklich eine tolle Polit-Mystery-Serie, die das Portfolio des „Splitter Verlags“ (der mir dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte) um eine weitere hochwertige Comic-Reihe erweitert. Wie bei jedem Band daher eine Kaufempfehlung! Fazit: Auch bei „The Department of Truth #4 Das Ministerium der Lügen“ (Link) gilt wie immer: Atmosphärisch herausragend, inhaltlich verstörend und insgesamt einfach großartig!
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